Schindler Cup 2011 – Hannover besiegt Nordhorn, Aarhus wird Turniersieger

Hamburg,

Der Pokal geht nach Dänemark. Im Finale des dritten Schindler-Cups besiegte Aarhus Handbold den österreichischen Serienmeister A1 Bregenz verdient mit 28:24. Im kleinen Finale zwischen dem TSV Hannover-Burgdorf und der HSG Nordhorn-Lingen blieb die Überraschung indes aus. Der favorisierte Bundesligist setzte sich mit 35:27 gegen den Zweitligisten durch.

Das deutsche Duell im kleinen Finale war relativ früh entschieden. Zur Halbzeit stand es bereits 18:12 für die Hannoveraner und obwohl eine Schwächephase in der zweiten Halbzeit bei der HSG noch kurzzeitig Hoffnung aufkommen ließ – die Nordhorner kämpften sich von 19:26 auf 25:28 heran -, verteidigte der Bundesligist letztendlich seinen Vorsprung. Der Endstand von 35:27 ist aus Sicht des Hannoveraner Trainers Christopher Nordmeyer verdient: „Wir haben ein gutes Spiel in Angriff und Abwehr gezeigt. Ich bin sehr zufrieden.“ Bester Torschütze des Bundesligisten war abermals Linksaußen Lars Lehnhoff mit sieben Treffern, der mit insgesamt 27 Toren Torschützenkönig des Turniers wurde. „Mir gefallen immer alle meine Spieler“, lobt Nordmeyer augenzwinkernd. „.Nach diesem Spiel muss ich aber besonders unsere Kreisläufer Vignir Svavarsson und Mario Clößner hervorheben.“

Der HSG fehlte es gegen den höherklassigen Gegner an Kraft und Dynamik. „Der Klassenunterschied war deutlich zu sehen“, stellte HSG-Trainer Heiner Bültmann fest. „Doch trotzdem bin ich zufrieden, denn wir haben unsere Aufgabe erfüllt und besser gespielt als gestern.“ Dem schließt sich Rückraumspieler Jens Wiese, mit sieben Treffern Haupttorschütze seiner Mannschaft, an: „Am Ende war das Ergebnis vielleicht etwas zu hoch, aber wir haben uns gut präsentiert.“ Neben Wiese bestach abermals Torhüter Björn Buhrmester mit starken Paraden.

Im großen Finale bezwang Aarhus Handbold vor den Augen von rund 400 Zuschauern A1 Bregenz mit 28:24 (12:13). Es war ein hochklassiges Spiel, hart umkämpft und körperbetont. Aufreger der Partie war das Foul an Bregenz-Rechtsaußen Marian Klopcic kurz vor der Pause. Der österreichische Nationalspieler wurde im Gegenstoß gefoult, das Schiedsrichtergespann Hohlwein/Michalzik zeigte Jakob Thoustrup dafür die Rote Karte. Den folgenden Siebenmeter verwandelten die Bregenzer sicher und gingen so mit einer knappen Führung in die Pause. Doch in der zweiten Halbzeit drehte der dänische Supercup-Teilnehmer das Spiel und verteidigte souverän die Führung. In den letzten Minuten versuchten die Bregenzer den Ausgleich zu erzwingen, doch durch überhastete Torabschlüsse machten sie sich das Leben selbst schwer, eine in ihren Augen diskussionswürdige Rote Karte schwächte das Team von Trainer Martin Liptak zusätzlich. Der Endstand von 28:24 für Aarhus war letztendlich verdient, doch der dänische Trainer Erik Veje Rasmussen zeigte sich unbeeindruckt von der Leistung seiner Mannschaft: „Ich bin nicht sehr zufrieden; wir waren im Angriffsspiel zu unbeweglich. Ich bin aber natürlich trotzdem froh, dass wir gewonnen haben.“ Glücklicher war Kreisläufer Frederic Pettersson: „Ich war unsicher, was uns hier erwartet, aber es war ein sehr schönes Turnier und ich bin glücklich, dass wir gewonnen haben.“ Die unterlegenen Bregenzer präsentierten sich als gute Verlierer. Rückraumspieler Markus Wagesreiter: „Natürlich wollen wir jedes Spiel gewinnen, aber Aarhus ist eine Spitzenmannschaft. Wir haben immerhin gezeigt, dass wir mithalten können.“

Den fünften Platz erkämpfte sich SZKC Oderhei mit einem Sieg über US Ivry. Der rumänische Vizemeister gewann im Siebenmeterwerfen mit 31:30 (Endstand nach 60 Minuten: 27:27). „Wir haben ein gutes Spiel gemacht und waren nur die letzten 15 Minuten etwas unkonzentriert“, ist Andrei Mihalcea glücklich über den Sieg. Der flinke Außenspieler traf gegen die Franzosen sechs Mal und verwandelte im Siebenmeterwerfen den entscheidenden Wurf. „Ich habe nur daran gedacht, den Torwart zu bezwingen, damit die Mannschaft gewinnt“, grinste der rumänische Nationalspieler. „Es war unser erstes Turnier auf einem solchen internationalen Niveau und es hat uns gut gefallen. Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr wiederkommen dürfen.“

Im Spiel um Platz 7 gewann Wacker Thun verdient mit 28:27 (15:13) gegen MKS Zaglebie Lubin. Aus dem starken Schweizer Kollektiv ragten Linksaußen Luca Linder, Rückraumstratege Jakub Szymanski und der wurfgewaltige Borna Franic heraus. Das Trio war Garant für den Schweizer Sieg, zusammen erzielten die drei 17 der 28 Schweizer Treffer. „Die ersten beiden Spiele waren nicht optimal, heute war besser“, sagte Szymanski nach Abpfiff. „Es war nicht so eng, wie das Ergebnis es zeigt. 50 Minuten waren gut, nur die letzten zehn Minuten kam bei uns Unruhe rein. Wir haben das Spiel aber insgesamt mehr dominieren können.“

Nach zwölf Partien hat der dritte Schindler-Cup mit Aarhus Handbold einen verdienten Sieger gefunden. „Im Finale war die Halle richtig voll, wir hatten ein gutes Publikum“, ist Turnierorganisator Jürgen Hitsch zufrieden. „Wir haben von den Mannschaften außerordentlich positive Rückmeldungen bekommen. Dieses Turnier ist einfach wirklich gut und die Wahrscheinlichkeit auf eine vierte Auflage im nächsten Jahr ist sehr groß.“ Die Turnierteilnehmer schließen sich an: „Wir sind rundum zufrieden. Hamburg ist eine schöne Stadt und die Organisation passt“, lobt Wiese, während Nordmeyer kurz konstatiert: „Eine rundum schöne Sache.“ Auch die ausländischen Teilnehmer sind begeistert. Wagesreiter: „Es war super organisiert und auch das sportliche Niveau stimmte. Wir sind mit dem ganzen Turnier sehr zufrieden.“